Familienrecht: Neue Düsseldorfer Tabelle ab Januar 2013

Verfasst am 13.06.2013
Die Düsseldorfer Tabelle, nach deren Vorgaben der Unterhalt für Kinder berechnet wird, wurde ab dem 01.01.2013 abgeändert. An der grundlegenden Struktur der Tabelle hat sich nichts geändert. Auch wurden die einzelnen Tabellenbeträge, aus denen sich der zu zahlende Kindesunterhalt ergibt, nicht geändert. Neu gefasst wurde aber der notwendige Selbstbehalt des Unterhaltspflichtigen, der ihm von seinem Nettoeinkommen auf jeden Fall verbleiben muss.

Die Anpassung erfolgte von bislang 950,00 € auf nunmehr 1.000,00 €. Dies gilt für erwerbstätige Unterhaltspflichtige. Für nicht erwerbstätige Unterhaltspflichtige wurde der notwendige Selbstbehalt von 770,00 € auf 800,00 € erhöht. 

Für den Kindesunterhalt gab es eine Nullrunde, während sich für die Unterhaltspflichtigen eine Erleichterung ergibt. Diese Neufassung wird sich künftig auf die Höhe des Kindesunterhalts auswirken, allerdings zu Lasten der Kinder. Grund für diese Anpassung ist die Erhöhung der SGB II-Sätze, dem sog. Hartz IV zum 01.01.2013. 

Der Kindesunterhalt wird in den Tabellensätzen nicht erhöht, da es sich nach dem steuerlichen Kinderfreibetrag richtet, der 2013 auch nicht angehoben wird. 

Ferner ist auch zu berücksichtigen, dass die Selbstbehalte bei Unterhaltspflichten gegenüber Ehegatten angehoben wurden von 1.050,00 € auf nunmehr 1.100,00 € und gegenüber der Mutter/dem Vater eines nicht ehelichen Kindes auf 1.100,00 € wie bei verheirateten Eltern. Wichtig ist auch die Anpassung des angemessenen Selbstbehaltes unterhaltspflichtiger Kinder gegenüber ihren Eltern, der jetzt monatlich 1.600,00 € beträgt. 

Aufgrund dieser Änderungen sollten die Unterhaltsbeträge durch die zum Unterhalt Verpflichteten überprüft werden. Es kann hier in einem Abänderungsverfahren zu spürbaren Entlastungen kommen. 

Udo Kellner

-Rechtsanwalt-

-Fachanwalt für Familienrecht-